Zentrum für Endoskopie und Sonographie

Die Endoskopie ist ein optisches Untersuchungsverfahren, bei dem Organe und Körperhöhlen mit einem Endoskop gespiegelt, das heißt optisch sichtbar gemacht werden. Neben der Darstellung und Dokumentation möglicher Organveränderungen ermöglicht die Methode auch eine schmerzfreie Entnahme von Gewebeproben zur weiteren Analyse durch den Pathologen. Neben diagnostischen Untersuchungen können endoskopisch auch therapeutische Eingriffe vorgenommen werden, die in manchen Fällen stärker belastende Operationen vermeiden helfen. Über einen Arbeitskanal kann einerseits Flüssigkeit abgesaugt und andererseits verschiedene Instrumente eingebracht werden. Auf diese Weise können zum Beispiel Blutungen aus dem Magen-Darmtrakt gestillt oder Polypen (Karzinom-Vorstufen) abgetragen werden. Über denselben Arbeitskanal können wir Biopsiezangen für Gewebsproben, Fasszangen zur Entfernung von Fremdkörpern, Injektionsnadeln und Metall-Clips zur Blutstillung oder Ballons zur Dehnung von Engstellen oder Entfernung von Gallen- und Pankreasgangssteinen schmerzfrei einführen. Auch wird bei uns im Zentrum für Endoskopie die Drainage von Gallenflüssigkeit über spezielle Kathetersysteme im besonderen Fall durchgeführt. Das kann z.B. nötig sein, wenn Hohlorgane durch Tumoren verlegt sind und der Abfluss von Gallenflüssigkeit behindert wird. Durch einen solchen Eingriff kann eine Operation vermieden werden.

Ein weiteres wichtiges Verfahren für die Diagnostik und Therapie internistischer Erkrankungen ist die Sonographie (hochauflösender Ultraschall), die wir an den Bauchorganen einschließlich der Nieren und der Schilddrüse durchführen, sowie die Kontrastmittel (KM)-Sonographie der Leber.

Die endoskopischen Untersuchungen werden von den Oberärzten/Oberärztinnen der Klinik für Allgemeine Innere Medizin Frau Susanne Erwig, Frau Dr. med. Zeynep Genis und Herrn Dr. med. Gregor Pelster zusammen mit dem Pflegeteam unter der Leitung von Herrn Frank Schaulies durchgeführt. Die Abläufe im Zentrum für Endoskopie und Sonographie werden gemeinsam mit der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsklinikum Essen (Prof. Dr. H. Wedemeyer) koordiniert.

Die Endosonographie, auch Endoskopischer Ultraschall (EUS) genannt, verbindet die Technik der Endoskopie mit der Sonographie und ist bei uns mit besonderer Expertise etabliert. Sie dient insbesondere der Beurteilung von Tumoren und deren Früherkennung am oberen und unteren Verdauungstrakt und wird im Bereich zahlreicher Organregionen wie Gallenwege und Bauchspeicheldrüsengänge eingesetzt. Kleinste Oberflächenveränderungen werden mit Hilfe des endoskopischen Ultraschalls sichtbar gemacht, gleichzeitig können gezielt Gewebeproben aus Organen bzw. Körperhöhlen zur Diagnostik gewonnen werden (Feinnadelbiopsie). Auch in der Therapie haben sich EUS-geführte Eingriffe, z.B. bei der Drainage oder Entlastung von Zysten und Abszessen, als Verfahren der ersten Wahl durchgesetzt.

Im Zentrum für Endoskopie am St. Josef Krankenhaus werden hochwertige Video-Endoskope neuester Bauart der Firma Olympus eingesetzt. Sämtliche bildliche Darstellungen von Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm, Dünndarm und Dickdarm sowie Mastdarm können mit diesen hochauflösenden Endoskopen vorgenommen werden. Mittels der auf dem Fernsehmarkt bekannten HDTV-Technik werden detaillierte Bilder aus dem Körperinneren auf einen Monitor projiziert. Die Endoskope der neuen Generation, die unsere Klinik mit großer Erfahrung einsetzt, können feinste Kapillargefäße und zarteste Schleimhautstrukturen mit lebensechter Klarheit darstellen und damit selbst kleinste Veränderungen im Magen- und Darmtrakt erfassen. Diese Endoskope haben zudem einen extremen Nahfokus. Zur Eingrenzung und Klärung unklarer Befunde steht uns zusätzlich das Verfahren der intraduktalen Ultraschalluntersuchung (IDUS) zur Verfügung. Bei diesem endoskopischen Ultraschall werden über den Arbeitskanal des Endoskops hochauflösende Minisonden eingeführt.

In Verbindung mit einer speziellen Färbetechnik, die zum Bespiel die optischen Kontraste von kleinen Gefäßen und normalem Gewebe erhöht, können wir bösartige Veränderungen im Verdauungstrakt noch früher als zuvor diagnostizieren. Vielfach können flache oder eingesenkte Läsionen nur mit einer aufwändigen und manuellen Färbetechnik sichtbar gemacht werden. Die bei uns eingesetzte neue NBI-Technik (Narrow Band Imaging-Technik) ist dagegen auf Knopfdruck zuschaltbar und kann jederzeit bei verdächtigen Befunden verwendet werden. Vor allem bei der Gewebeentnahme erzielen wir in Verbindung mit dieser speziellen Färbetechnik eine hohe Genauigkeit und Qualitätssteigerung.

In der Sonographie setzen wir neben den klassischen Ultraschallgeräten bei besonderen Fragestellungen hochauflösende Schallgeräte einschließlich der Duplex-Sonographie ein. Die Duplex-Sonographie dient vor allem der Beurteilung der Blutgefäße, gleichzeitig lässt sich die Fließgeschwindigkeit des Blutes messen. Dabei können Einengungen (Stenosen) erkannt und deren Ausmaß genau beurteilt werden.

Im Zentrum für Endoskopie und Sonographie werden jährlich ca. 5.500 endoskopische Untersuchungen durchgeführt, die im folgenden aufgeführt werden:

Magenspiegelung (Magen, Speiseröhre und Zwölffingerdarm)

Ein Großteil der Endoskopien sind sogenannte Magenspiegelungen. Neben den rein diagnostischen Untersuchungen nehmen wir auch spezielle interventionelle Eingriffe vor. Hierzu gehören das Aufdehnen der Speiseröhre bei Verengungen (Bougieren, Dilatation), das Abbinden von Speiseröhrenkrampfadern mit verschiedenen Techniken (Ösophagusvarizen-Behandlung), die endoskopische Schleimhautentfernung (Mucosektomie) zur Abtragung von krebsverdächtigen Schleimhautbezirken sowie die Notfallbehandlung bei akuten Blutungen oder nach Verschlucken von Fremdkörpern (Bergung).

Dickdarmspiegelung (Dickdarm und ggf. unterster Dünndarm)

Zahlreiche Endoskopien, die wir in unserer Klinik durchführen, dienen der Untersuchung von Mast- und Dickdarm. Wir nehmen rein diagnostische Untersuchungen und therapeutische Eingriffe vor. Im Vordergrund stehen die Entnahme von Gewebeproben (Biopsien) und die Abtragung von Polypen mit verschiedenen Techniken zur Krebsvorsorge (Deutsche Krebsgesellschaft/Felix Burda-Stiftung) und zur frühzeitigen Behandlung bei kleinsten Veränderungen (Mucosektomie).

Enddarmspiegelung (Mastdarm, z.B. bei Hämorrhoiden)

Insbesondere die Verödung von Hämorrhoiden mittels der schonenden Gummibandligatur ist ein Routineeingriff. Eventuell akute Blutungen können notfallmäßig behandelt werden. Der Eingriff findet in Absprache mit Dr. med. Andreas Vossschulte statt (Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie / Proktologische Sprechstunde) statt.

Spiegelung der Gallen- und Pankreasgänge (ERCP)

Die ECRP-Untersuchung dient der Darstellung von Gallengängen, der Gallenblase und des Bauchspeicheldrüsengang-Systems. Mit ihrer Hilfe können wir Veränderungen an den Gallenwegen und dem Bauchspeicheldrüsengang röntgenologisch darstellen. Gleichzeitig können eingeklemmte Steine in den Gängen entfernt sowie Verengungen der Gänge mit Hilfe von Kunststoffprothesen (sogenannte Stents) überbrückt und geweitet werden.

Spiegelung der Luftröhre und Bronchien (Bronchoskopie)

Die Bronchoskopie dient der Untersuchung der Luftröhre und der bronchialen Nebenäste.

Endoskopischer Ultraschall (EUS, Endosonographie)

An der Spitze eines flexiblen Spezialendoskops ist eine Ultraschallsonde angebracht. Dadurch können bei einer Spiegelung gleichzeitig die Wände des Gastrointestinaltraktes in ihren verschiedenen Schichten dargestellt und millimetergenau beurteilt werden. Selbst Oberflächenveränderungen von wenigen Millimetern Durchmesser können mit Hilfe der Endosonographie beurteilt werden. 

Mittels der EUS-geführten Feinnadelpunktion können zudem Gewebspartikel zur gezielten Diagnostik (z.B. Beurteilung und Früherkennung von Tumoren) gewonnen werden.   

Gleichzeitig ist der Endoskopische Ultraschall heute als therapeutisches Verfahren unverzichtbar und kann dem Patienten größere chirurgische Eingriffe ersparen. Insbesondere bei der Drainage oder Entlastung von Zysten, Abszessen und Ergüssen hat sich die Endosonographie als Therapie der ersten Wahl durchgesetzt. So können beispielsweise Zysten der Bauchspeicheldrüse schonend punktiert und deren Inhalt in den Magen abgeleitet werden.

Sämtliche endoskopische Untersuchungen werden bei Bedarf und auf Wunsch unter Schlafnarkose angeboten und sind dadurch für den Patienten schmerzfrei.

Bitte beachten Sie:

    • Für alle Untersuchungen am oberen Verdauungstrakt ist der Nüchternzustand Voraussetzung.
    • Für die Untersuchung des Dickdarmes sind vorhergegangene Abführmaßnahmen notwendig, um insbesondere kleinste Veränderungen (Polypen) besser darstellen zu können. 
 
    • Die Untersuchung des Enddarmes z.B. zur Behandlung von Hämorrhoiden bedarf zur Vorbereitung lediglich eines kleinen Klistiers.

Abdomen-Sonographie

Mittels der Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauches (Abdomen) können wir die anatomischen Veränderungen von Organen im Bauchraum einschließlich der Nieren und der Prostata erkennen und beurteilen. So sind insbesondere Hinweise auf Entzündungen und Tumoren der einzelnen Organe darzustellen. Ferner sind Veränderungen von Lymphknoten und Blutgefäßen bzw. das Auftreten von Bauchwasser und Lungenwasser (im Rippenfell) darstellbar. 

Bitte beachten Sie: Für diese Untersuchung ist idealerweise ein nüchterner Zustand erforderlich. Bei Neigung zu Blähbauch mit Gasansammlung im Verdauungstrakt (Meteorismus) ist die Aussage der Sonographie in Folge der schlechten Schallleitung in Luft eingeschränkt. 
Diese Untersuchung wird ausschließlich mit hochauflösendem Ultraschall einschließlich Fotodokumentation angeboten.

Schilddrüsensonographie

Die Schilddrüsen-Sonographie ist eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse. Mit ihrer Hilfe können wir zum einen die Größe der Schilddrüse bestimmen, zum anderen können wir verschiedene krankhafte Veränderungen (Zysten, Knoten etc.) diagnostizieren und in ihrem Verlauf kontrollieren.

Duplex-Sonographie

Mit der speziellen hochauflösenden Darstellung von Organstrukturen einschließlich ihrer zuführenden und abführenden Blutgefäße (Arterien, Venen) können wir chronische Erkrankungen der Bauchorgane (speziell Leber und Darm) erfassen. Sehr gut geeignet ist die Duplex-Sonographie zur Beurteilung von Veränderungen der Hauptschlagadern (insbesondere Aorta, A. carotis u.a.).

Mit Hilfe der Sonographie, insbesondere der Duplexsonographie, können durch Einbringen einer Nadel gezielt Gewebeproben aus Organen (z.B. Leber) bzw. Tumoren in Organen entnommen werden. Ferner lassen sich Biopsien aus Lymphknoten und Aspirationen von Flüssigkeiten (Ascites, Pleuraerguss) zur Diagnostik gewinnen.